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Lebenshilfe

für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung Senden  und  Umgebung e. V.

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Die positiven Erfahrungen zweier Schüler der Heilerziehungspflege, drei motivierte Teilnehmerinnen und das Projekt der zeitlichen Orientierung

 

Wie viele Minuten hat eine Stunde?

Wie viele Sekunden hat eine Minute?

Wie viele Stunden hat ein Tag?

Wenn der große Zeiger unten ist und der kleine Zeiger auf die drei zeigt. Wie viel Uhr ist es dann?


 

Die und viele Fragen mehr wurden vom 11. Oktober  bis zum 15. Oktober 2010 durch das Projekt „Förderung der zeitlichen Orientierung durch kennen lernen der analogen Uhr“ von Markus Spielbrink und Katharina Fricke in der Begegnungsstätte der Lebenshilfe Senden und Umgebung e. V. mit drei jungen Frauen mit geistiger Behinderung durchgeführt.

Sie berichten:

Wir sind Schüler des Oberkurses der Heilerziehungs-pflege der Hildegardisschule in Münster.

Durch das Kennen lernen der analogen Uhr möchten wir bei den drei Teilnehmerinnen die Selbstständigkeit verbessern. Zwei der drei Teilnehmerinnen wollen später einmal in einer Außenwohngruppe wohnen. Da sie jetzt die analoge Uhr lesen können sind sie nun in der Lage selbstständig Termine wahr zu nehmen, zuverlässig zu bestimmten Uhrzeiten anwesend zu sein oder sogar anderen Mitmenschen die genaue Uhrzeit mitzuteilen.

Von Montag bis Freitag haben wir gemeinsame Übungseinheiten durchgeführt und haben vor allem darauf geachtet, dass wir gemeinsam üben und wir viel Spaß dabei haben. Wir haben eine schulfreie Atmosphäre geschaffen, indem wir regelmäßige Pausen gemacht haben und viele Spiele zum Thema Uhrzeit gespielt haben. Keine Teilnehmerin musste lernen und sowie sie symbolisiert hat, dass sie keine Lust mehr hat, konnte sie eine Pause machen. Auch die Aussicht auf besondere Ausflüge war eine Motivation für die Teilnehmerinnen.

Wir haben die Projektwoche mit dem basteln einer Papp-Uhr begonnen. Diese Papp-Uhr hat uns die gesamte Woche über begleitet, denn an ihr haben wir jeden Tag neue Uhrzeiten (volle Stunden, halbe Stunden, ¼ Stunden und Minuten) eingestellt, kennen gelernt und angewandt.

Am Dienstag haben wir uns den Sonnenaufgang in der Bauernschaft in Senden angeschaut. Anschließend haben wir gemeinsam in der Begegnungsstätte gefrühstückt und die Einheiten der Uhr kennen gelernt. Am Mittwoch sind wir nach Münster gefahren. Dort haben wir uns die Weltuhr am Haus-Rothenburg angeschaut. Als  Highlight empfanden die Teil-nehmerinnen das Glockenspiel um 18:00 Uhr. Außerdem erzählten wir  von den unterschiedlichen Uhrzeiten in verschiedenen Städten. Anschließend sind wir zum Aa-See gelaufen und haben dort den Sonnenuntergang beobachtet. Zurück in der Begegnungsstätte haben wir gemeinsam zu Abend gegessen und die Dauer einer Minute bewusst wahrgenommen.

Am Donnerstag haben wir uns wieder in der Begegnungsstätte getroffen. Dort haben wir einen Kuchen in Form einer Uhr gebacken und die Sommer- und Winterzeit kennen gelernt. Des Weiteren hat jede Teilnehmerin ihren eigenen Tagesablauf aufge-schrieben und den anderen Teilnehmerinnen vorgestellt. Damit haben sie bemerkt, dass jeder Tag aus bestimmten Abläufen besteht.

Am letzten Tag, dem Freitag, haben wir den Kuchen vom Vortag gegessen und in Senden gut sichtbare Uhren gesucht und angeschaut. Die Teilnehmerinnen wissen nun wo sie in Senden die Uhrzeit von analogen Uhren ablesen können – auch, wenn die Geschäfte bereits geschlossen haben.

Mit vielen Büchern, Bildern, Spielen und Geschichten haben wir immer wieder die Uhrzeit wiederholt. Somit konnten sich die unterschiedlichen Uhrzeiten bei den Teilnehmerinnen festigen und diese an alltäglichen Si-tuationen angewandt werden.

Am Ende der Woche haben zwei Teilnehmerinnen die morgendlichen und abendlichen Uhrzeiten sowie die genaue Angabe einer Uhrzeit erlernt und in alltäglichen Situationen angewandt. Auf Fragen wie: „ Wie viel Uhr ist es, wenn der Kuchen fertig ist?“ Haben uns die Teilnehmerinnen geantwortet: „ 17:15 Uhr oder viertel nach fünf am Abend.“

Außerdem hat eine der Teilnehmerinnen die analoge Uhr neu erlernt. Sie hat zuvor nur mit der digitalen Uhr gearbeitet. Die Teilnehmerin hat die Uhrzeiteinheiten erlernt. So konnte sie am Ende der Woche die Uhrzeiten mit viertel nach/vor, halb und voll anwenden.

Während dieser Projektwoche haben wir sehr viele Erfahrungen sammeln dürfen. Wir konnten mit erleben wie schnell und wie gut Menschen mit geistiger Behinderung Neues erlernen und anwenden können. Weiterhin konnten wir uns in Geduld üben und Erfahrungen machen, wie wir uns artikulieren müssen, damit andere davon profitieren können.

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